Start Panorama Gesellschaft Missbrauchs-Debatte Zentralrat der Muslime kritisiert einseitige Debatte über sexuelle Übergriffe

Missbrauchs-Debatte
Zentralrat der Muslime kritisiert einseitige Debatte über sexuelle Übergriffe

In der Debatte um islamfeindliche Tweets der AfD hat der Zentralrat der Muslime vor einer fehlgeleiteten Diskussion in Deutschland über sexuelle Übergriffe und die Herkunft der Täter gewarnt.

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(Symbolfoto: pixa)

Vorsitzender Mazyek: AfD missbraucht die Missbrauchs-Debatte

Osnabrück (ots) – In der Debatte um islamfeindliche Tweets der AfD hat der Zentralrat der Muslime vor einer fehlgeleiteten Diskussion in Deutschland über sexuelle Übergriffe und die Herkunft der Täter gewarnt. Der Zentralrats-Vorsitzende Aiman Mazyek sagte in einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, sexueller Missbrauch sei nicht von der Nationalität und Religion der Täter abhängig.

„Bei einigen ist die MeToo-Debatte wirkungslos vorbeigerauscht, dass sieht man hier wieder sehr deutlich“, sagte Mazyek. Die MeToo-Bewegung habe gezeigt, dass Missbrauch in allen Gesellschaftsschichten und Ländern vorkomme. „Man muss diese Taten von allen Seiten beleuchten. Es ist inhaltlich egal, welche Herkunft die Täter haben, das ändert die Qualität des Verbrechens nicht“, betonte der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime.

Der Zentralrats-Vorsitzende kritisierte die AfD-Führung: „Das eigentliche Problem dieser Leute ist nicht, dass sie rassistisch und stereotyp unterwegs sind, sondern dass ihnen das Schicksal der Opfer egal ist und sie lieber den Missbrauch des Missbrauchs vollziehen.“

Sie würden „diese schrecklichen Schicksale instrumentalisieren, damit sie ihrem Weltbild, das mit geballten Vorurteilen behaftetet ist, entsprechen. Um eine objektive Bekämpfung dieser Verbrechen geht es dabei kaum“.

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